Also. Ueber einen Monat und vier Laender, nachdem meine Reise angefangen hat, habe ich endlich nachgegeben. Hier ist mein Blog. Er ist sogar zweisprachig, um es euch leichter zu machen, also erwarte ich von euch Kommentare.
Ueber Spanien, Markokko und Ghana werde ich versuchen, spaeter noch zu schreiben. Fuer heute gehts um meine sechs Tage in der Fussballnation:
Auch wenn meine Zeit hier unten toll war, war das Einreisen schwieriger als in jedem der zuvorigen Laender. Ab sechs Uhr morgens wurden wir ueber Lautsprecher je nach Deck (sogenannten Seas) aufgerufen, mit unseren Paessen vor den Immigration officials zu erscheinen, also ging dam it Schlafen nicht so viel. Es wurden Hunde an Bord gebracht, um nach Drogen und blinden Passagieren zu suchen. Manche der intenational students (aus aisiatischen Laendern) durften im Endeffekt ueberhaupt nicht vom Schiff, weil vor ein oder zwei Wochen ein neues Gesetz durchgesetzt wurde, nach dem sie jetzt zum Einreisen Visen brauchen. Ich glaube nicht, dass wir uns aus dem Westen klar ist, wie gut wir es in dem Sinne haben.
Seltsamerweise gab es, nachdem wir es endlich vom Schiff geschafft hatten, nicht wirklich irgendetwas, woran man haette erkennen koennen, dass wir in Afrika sind. Weisse! Ueberall Weisse! Die V&A Waterfront, wo wir angelegt hatten, ist ein riesiges Einkaufszentrum/Entertainment Center, also sind da nicht nur die ganzen Touristen, sondern ist es auch eine der reicheren Gegenden, also arbeitet da hauptsaechlich die weisse Bevoelkerung. Nicht, dass sich ein Besuch nicht lohnen wuerde, oder dass es nicht angenehm war, mal wieder Wifi und Souvenir shops zu haben, nachdem es in Ghana keins von beidem gab, aber selbst Table Mountain im Hintergrund es nicht weniger amerikanisch erscheinen lassen.
Am zweiten Tag habe ich es endlich von der Waterfront weggeschafft, um am Boulders Beach Penguine anzuschauen, und das Gefuehl, in den Staaten zu sein, hat nicht nachgelassen. Von der Landschaft her erinnern die Huegel stark an Kalifornien im Winter, und die Aussicht zusammen mit den 15 Grad, dem Wind und dem Nebel hat doch stark das Gefuehl erweckt, man waere irgendwo falsch abgebogen und waere wieder in San Fracisco gelandet. Auch wenn die Pinguine neu waren. Boulders Beach ist angeblich ein Warmwasserstrand wo sich die ganzen Pinguine herumtreiebn, und wenn man Glueck hat, kann man mit ihnen schwimmen. Wir hatten kein Glueck. Das Wasser war eisig kalt, und die ganzen Pinguine hatten sich zwischen den Felsen verkrochen, um warm zu bleibem. Aber wir haben trotzdem tolle Fotos gemacht, mit und ohne Pinguine. Die moegen ja im Wasser ganz elegant aussehen, aber auf dem Trockenen sind sie noch unbeholfener als Kamele. Und einer von ihnen hat die Kamera meiner Freundin angegriffen, also vorsichtig sein. Wenn ein Penguin den Kopf schieflegt, dann ist es nicht, um sues auszusehen.
Aber egal wie toll die Pinguine waren, sie koennen mit meiner Safari nicht mithalten. Es war nur ein Tagesausflug zu einem privaten Reservat namens Aquila, aber Mann, ich habe vielleicht Tiere zu sehen gekriegt. Meine Zimmergenossin Amanda hatte sich fuer den gleichen Trip angemeldet, und hatte zufaellig am Tag vorher Geburtstag, also waren wir beide an dem Morgen relativ fertig. Aber es gab tolles Fruehstueck, waehrend dem man durchs Fenster Strausse und Bueffel sehen konnte. Amanda hat gluecklicherweise ewig gebraucht, deswegen sind wir im letzten ATV unserer Gruppe gelandet. Da wir insgesamt nur 4 Leute waren, im Gegensatz zu den 9 bis 12 in den anderen Gefaehrten, konnten wir uns ausfuehrlich mit unserem Fuehrer unterhalten, der uns ganz nah an die Elefanten und Giraffen heranbrachte, un seine Bergschildkroete hat anfassen lassen und uns sogar unter dem aeusseren Zaun am Leopardenkaefig hat durchtauen lassen, damit wir bessere Fotos machen konnten. Wir haben tatsaechlich alle der Big Five, der fuenf gefaehrlichsten Tiere (zum Jagen) gesehen: Bueffeln, Nashoerner, Elefanten, Loewen und Leoparden. Der Leopard war halt in einem Kaefig, weil sie ihn erst vor Kurzem von einer Organisation gerettet habe, die Leoparden fuer die Jagd heranzieht, und ihn noch ans Leben in der Wildnis gewoehnen mussten, aber war trotzdem unheimlich schoen. Elefanten und Nashoerner und Bueffel sind alle beeindruckend, weil sie so gross sind, und Loewen sind beeindruckend, weil sie Loewen sind (und sie haben auf einem Felsvorsprung gepost, das hatte schon ein starkes Koenig der Loewen Feeling), aber der Leopard war echt toll anzuschauen. Ich hatte auf jeden Fall einen tollen Tag. Normalerweise stehe ich nicht so auf SAS Trips, aber die Safari war einfach nur insgesamt eine super Erfahrung.
Abgesehen vom letzten Tag, habe ich den Rest meiner Zeit in Suedafrika (2.5 Tage) mit einem gemeinnuetzigen Projekt fuer eine von meinen Vorlesungen verbracht. Eigentlich wollten wir ueber Zahnpflege sprechen, weil zwei Leute aus unserer Gruppe Aerzte beziehungweise Zahnaerzte werden wollen, also hatten wir die Organisation Youth For Christ, die unter anderem eine kleine Gemeinschaft von Farmarbeitern und eine Schule unterstuetzen. Eigentlich wollten wir die Farmarbeiter besuchen, aber dann wurde uns gesagt, dass wir an der Schule mehr ausrichten koennen wuerden. Naja, wir haben die Schule am ersten Tag besucht, nur um uns von einem der beiden Lehrer, mit denen wir zusammenarbeiten sollten, gesagt zu bekommen, dass er es viel lieber haette, wenn wir die Kinder inspiriern koennten, ihnen die Welt jenseits von Schule und Zuhause zeigen. Natuerlich hatten wir da zuallererst die Idee, ihnen tatsaechlich die Welt zu zeigen, da viele von ihnen zum Beispiel noch nie am Strand waren, obwohl er mit Auto nur etwa 10 Minuten entfernt ist. Ungluecklicherweise hat der Rektor den Plan gekillt, weil der Staat seit kurzem 2 Monate Vorlaufzeit fuer saemtliche Ausfluege erfordert, weil viele Schulkinder in der letzten Zeit durch unsichere Transportmittel umgekommen sind. Also haben wir beschlossen, ihnen von uns zu erzaehlen, ihnen Bilder zu zeigen, Spiele mit ihnen zu spielen mit denen sie kreatives Denken lernen. Es hatte nichts damit zu tun, was wir uspruenglich geplant hatten, aber es war trotzdem toll. Alle Kinder wollten uns umarmen, mit uns Haendchen halten, fuer uns singen und mit uns spielen. Wir waren trotzdem hinterher voellig fertig und haben im Dorf selbst hauptsaechlich rumgehangen. Aber wir haben zugeschaut, wie eine Kuh geschlachtet auf der Strasse wuerde (mit Aexten). Ich weiss echt nicht, was mit die ganzen toten Kuehen sollen, auch wenn es faszinierend war.
Ueber Zahnpflege haben wir im Endeffekt nur so eine Viertelstunde ungefaehr geredet, aber ich wuerde sagen, das Ganze war trotzdem erfolgreich. Richtig anstrengend, aber wir habens geschafft!
Am letzten Tag war ich shark cage diving. Macht nicht so richtig Sinn, wenn man bedenkt, dass ich vor Haien Angst habe, aber aus irgendeinem Grund wollte ich es unbending machen. Es war mir egal, dass fast alle, die es unter der Woche versucht hatten, konnten es entweder nicht machen, weil die Wetterbedingungen zu schlecht waren, oder sie haben keine Haie zu sehen bekommen. Es war mir auch egal, dass wir um 7:30 schon da sein mussten und erst um 5, also eine Stunde bevor on-ship time, wieder da sein sollten. Wir haben eine gute Stunde gebraucht, um einen Platz zu finden, wo wir Anker werfen konnten, weil wir so starken Seegang hatten, und waren im Endeffekt in einem Gebiet, wo zu dieser Jahreszeit nur selten Haie sind, aber wir haben es trotzdem versucht. Einer der Crew hat Fische zerhackt und ins Wasser geworfen um Haie anzulocken, und ein anderer hatte einen Thunfischkopf an einem Seil um ihnen etwas Visuelles zu bieten. Es hat noch etwa eine Stunde gedauert, aber dann haben wir endlich den Ruf Shark! Shark! Shark! gehoert und noch rechtzeitig ueber die Reling geschaut, um einen dunklen Schatten unter dem Boot verschwinden zu sehen. Da haben wir uns natuerlich alle erst einmal ins Wasser geschmissen. ;) Ich war in der ersten Gruppe, also sind wir vier in den Kaefig gestiegen, der echt nur aus ein paar rostigen Stangen bestand. Man bleibt ueber Wasser, bis jemand von der Crew einem zubruellt, man sollte abtauchen, dann holt man tief Luft und taucht unter und sieht hoffentlich einen Hai am Kaefig vorbeischwimmen. Und glaubt mir, es war tierisch kalt. Ich habe nicht gezittert, ich habe (shaking). Aber seltsamerweise war das Tauchen selbst nicht halb so angsteinfloessend, wie man meinen sollte. Um ehrlich zu sein sehen Haie ein bisschen seltsam aus. Sie sind natuerlich gross und haben genuegend Zaehne, dass ich nicht ohne Kaefig zwischen uns mit ihnen im Wasser sein wollte, aber die Haie selber sehen nicht besonders beeindruckend aus. Aber ich hatte trotzdem sehr viel Spass, habe tolle Fotos gemacht, und bin auf dem Rueckweg ungefaehr fuenf Jahre gealtert, weil wir um 20 vor fuenf gerade an einem Schild vorbeikamen, laut dem Cape Town noch 57 km entfernt war, und dann verengte sich die sechsspurige Autobahn auf einmal auf eine Spur in jede Richting. Aber wir haben es geschafft, d.h. ich habe fuer Mauritius keine Docktime, und ich habe sogar noch meine Postkarten abgeben koennen.
Fuer mich war der Unterschied zwischen Suedafrika und dem Rest der Laender, in denen wir schon waren, die Ungleichheit. Ja, Ghana war unheimlich arm, aber da waren wenigstens alle arm. Die Waterfront und das Dorf der Farmarbeiter haetten in unterschiedlichen Laendern liegen koennen. Apartheid ist halt noch nicht so lange vorbei, und auch wenn sich die Dinge veraendern, tun sie das eben nur langsam. Ich habe viel von rassistischen Kommentaren der weissen gehoert (und da die weniger als 10% der Bevoelkerung sind, bewegen sie sich auf sehr duennem Eis), und die Schule, in der ich war, wurde nur von schwarzen und farbigen Kindern besucht. Und ja, es gibt wahrscheinlich einen Grund, warum Cape Town die kriminellste Stadt der Welt ist. Die Spannung war einfach ueberall, und obwohl ich es nicht nach Robben Island geschafft habe, denke ich trotzdem, dass ich den Konflikt in diesem Land gut mitbekommen habe. Es macht mir Angst. Besonders wenn man bedenkt, wie aehnlich das Prinzip, dass Schwarze waehrend Apartheid Paesse mit sich herumtragen mussten, mit dem Arizona Immigration Bill ist, denke ich dass das etwas ist, wo wir alle sehr mit aufpassen muessen.
Trotzdem habe ich die Zeit in Suedafrika sehr genossen. Dank jeden Tag frueh aufstehen und spaet ins Bett gehen, habe ich sechs Tage lang kaum geschlafen. Ich wurde voellig zerstochen, habe gefroren, habe einen Sonnenbrand gekriegt, und habe unheimlich viel Geld ausgegeben (verglichen mit den anderen Lanedern zumindest). Und es war es eindeutig wert.
Alles Liebe von 30˚ 50.7S/030˚ 46.3E
Sunday, October 10, 2010
Suedafrika - Deutsch
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